Umbau und Sanierung von Herzberger Urgesteinen

Aufgang Nummer 4 wird zum Gewerbekomplex

Zu den größten Projekten der Herzberger Wohnungsbaugesellschaft Elsteraue gehören in diesem Jahr der Umbau eines Teils des roten Backsteingebäudes in der Dresdener Straße und die Erneuerung des Daches der alten Fabrikantenvilla auf der anderen Straßenseite. Das Einzeldenkmal wurde schon vor Jahren von der WBG teilmodernisiert. „In dem sanierten Teil des Hauses wohnen Mieter, die gern in einem Denkmal mit hohen Räumen, historischen Kachelöfen, Parkett und Deckenmalereien leben“, sagt WBG-Geschäftsführerin Sabine Endemann. Jetzt musste unbedingt das Dach der Villa erneuert werden. „Es war aus alter Dachpappe und total verschlissen“, so Endemann.

Umbau zur gewerblichen Nutzung

In dem gegenübergelegenen Backsteingebäude Dresdener Straße 2/4 stand der Aufgang Nummer 4 seit vielen Jahren leer. Dieser wird nun für eine gewerbliche Nutzung vorbereitet und die Mieter stehen auch schon fest. Das rund 350m2 große Einzeldenkmal wird gerade komplett entkernt und saniert. Auch die gesamte Haustechnik wird auf einen aktuellen Stand gebracht und ein Aufzug eingebaut. Das alles unter der Berücksichtigung der Denkmalschutz-Anforderungen. Eine oft knifflige Angelegenheit!

Die neuen Mieter stehen fest

Im Erdgeschoss wird die Kreisvolkshochschule Elbe-Elster die Räume beziehen und die beiden oberen Etagen werden vom Ingenieurbüro für Energietechnik (IBET) – Henry Lischka genutzt. Größere, auf das Ingenieurbüro zugeschnittene, Räumlichkeiten sind unter anderem ein Grund hierher zu wechseln. Mit dem Umzug wird der insgesamt positiven Unternehmensentwicklung weiter Vorschub geleistet. Eine neue, individuelle Umgebung wird den Platz schaffen, um sich neuen Herausforderungen stellen zu können.

Zeugnis Herzberger Geschichte

Beide Gebäude sind mit der Entwicklung des heutigen Herzberger Industriegebietes Ost eng verbunden. In den Jahren 1892/93 hatte der aus Dresden stammende Alwin Nieske das Gelände erworben und die „Chemische Fabrik Alwin Nieske GmbH Berlin“ aufgebaut, die um 1900 etwa 110 Arbeiter beschäftigte. 1902 wurde dann der Klinkerbau als ein zweigeschossiges Laborations- und Wohngebäude errichtet. Zwar ist das genaue Baujahr nicht bekannt, aber auch die Villa muss zu dieser Zeit errichtet worden sein. Die Ausstattung war mit Deckenmalereien, Stuckaturen und opulenten Kachelöfen ungewöhnlich hochwertig. Mit dem gegenüberliegenden Hauptgebäude der einstigen Chemiefabrik bildet sie ein wichtiges Zeugnis Herzberger Geschichte.