30 Jahre WBG Elsteraue

Der Anfangsbestand betrug lediglich 180.000 D-Mark

Am 23. September 1991 wurde die Gründung der Wohnungsbaugesellschaft Elsteraue mbH notariell beurkundet, und es ist eigentlich keine Neugründung, sondern eine Betriebsumwandlung gewesen. Die WBG ist aus dem VEB Gebäudewirtschaft hervorgegangen, in dem Sabine Endemann als Technologin tätig war. Die Städte Herzberg, Falkenberg und Uebigau sowie die Gemeinden Bernsdorf, Hohenbucko, Schmerkendorf, Stechau und Züllsdorf waren sich damals einig, eine kommunale Gesellschaft zu gründen. 30 Jahre später hat die WBG einen Bestand von rund 1400 Wohnungen und eine wechselvolle Geschichte hinter sich. In dieser Zeit hat das Unternehmens das Bild seiner Gründungsstädte- und gemeinden maßgeblich mit geprägt. Aus den grauen und oft verfallenen Objekten sind mittlerweile lieb gewonnen und nicht mehr wegzudenkende Orte geworden.

Die Anfangszeiten waren „furchtbar“

Die Anfangszeiten bezeichnet Geschäftsführerin Sabine Endemann aus heutiger Sicht als „furchtbar“, denn der WBG-Anfangsbestand betrug lediglich 180.000 D-Mark und es gab viele Rückforderungen von Alteigentümern. So sollte Mietern vor allem in Altbauten die Möglichkeit eingeräumt werden, ihre Wohnungen zu kaufen. Weiterhin hatte die Gesellschaft hohe Altschulden zu bedienen. „Wir mussten Kreditraten zahlen, uns selbst finanzieren und anstehende Sanierungen ausführen. Dazu brauchten wir natürlich wieder Kredite.“ Von den Altschulden sind heute nur noch kleine Restsummen übrig und die Gesellschaft hat sich längst zu einem stabilen, leistungsstarken Unternehmen entwickelt. „Ich hatte nie das Gefühl, dass wir das nicht packen könnten. Doch es war richtig schwer gewesen!“

Die sogenannten „Russenhäuser“ in Falkenberg waren das erste große Projekt

Die Gebäude waren alle grau, heruntergewirtschaftet und kaputt. Toiletten gab es in Altbauten meist nur auf halber Treppe. Das erste große Projekt waren die so genannten „Russenhäuser“ in der Clara-Zetkin-Straße in Falkenberg. Die Russen waren schnell raus und die Häuser genauso schnell bei der WBG, sagt Sabine Endemann. Von 1993 bis 1995 wurden sie saniert. „Zum Glück hatten wir Gönner im Ministerium, die uns Fördermittel beschafft haben“, erzählt sie. Es folgte der Neubau der Grochwitzer Linse in Herzberg und der Buchenweg in Falkenberg. Ein Riesenpaket war die Modernisierung der Plattenbauten, angefangen bei der Umrüstung von Kohleöfen auf Fernheizung.

Viele denkmalgeschützte Sanierungen

Die WBG hat unermüdlich saniert und modernisiert. Jeder denkmalgeschützte Bau war eine besondere Herausforderung. Herausragende Projekte waren das Berliner Eck und die Torgauer Straße 18 in Falkenberg, Gebäude am Markt in Uebigau, Gebäude in der Torgauer Straße in Herzberg, der Umbau der alten Bibliothek in der Kreisstadt in ein MVZ oder verschiedene Wohnvillen. Die Aufzählung ist höchst unvollständig. In den 30 Jahren hat die WBG genau 66,744 Millionen Euro investiert, davon 56 Millionen Euro in Modernisierung, Teilsanierung und Umbau.

Die WBG als Investor für ein neues Viertel

Kürzlich erst hat die WBG fünf Häuser in der Friedrich-Engels-Straße in Falkenberg erworben. Aktuell baut die Gesellschaft mitten in Herzberg ein seniorengerechtes Mehrfamilienhaus. Und mit einem neuen Wohngebiet samt Einkaufsmarkt an der Leipziger Straße hat die WBG als Investor in diesem Jahr völlig neue Wege eingeschlagen. An ruhigere Zeiten ist bei der WBG Elsteraue also auch nach 30 Jahren nicht zu denken.